2. Januar 2003 - Katalytische Abluftreinigungsanlagen

Katalytische Abluftreinigungsanlagen

Bauer und Mourik übernimmt KatOx Anlagenproduktion der Fa. Heine

 

Mit Übernahme der Produktion katalytischer Oxidationsanlagen der Firma Heine Spezialwiderstände, Dresden, kann die Bauer und Mourik Umwelttechnik, Schrobenhausen, ihr Angebotsspektrum in der Altlastensanierung weiter ausbauen. Am 1.1.03 fand die feierliche Übernahme statt.

Die Anlagen überzeugen durch ihre kompakte Bauweise, geringe Betriebskosten und geringen Wartungsaufwand und sind extrem geräuscharm. Die Erfahrungen der Firma Heine in der Katalysatorproduktion mit der Auswahl der richtigen Katalysatoren für den speziellen Anwendungsfall werden in der BMU weiterentwickelt und ausgebaut. Auch mobile Anlagen für Kurzzeitversuche stehen zur Verfügung. Neben den Anwendungsfällen in der Altlastensanierung eignen sich die Anlagen zur Reinigung industrieller Abluft und zur Reinigung von Prozessabluftströmen.
 

Katalytische Abluftreinigungsanlagen

  • für die Bodensanierung
  • für Prozessabluftströme
  • für industrielle Abluftströme
  • für die Deponienachsorge

 

Funktionsweise

  • Oxidation der Schadstoffe mit dem im Abgas enthaltenen Sauerstoff an der Oberfläche fester Katalysatoren
  • Umwandlung in umweltneutrale Stoffe (CO2 und H2O)

 

Behandelbare Schadstoffe

  • aromatische und aliphatische Kohlenwasserstoffe (BTEX,    Methan, Ethan u. a.)
  • Alkohole (Methanol, Ethanol u. a.)
  • Aldehyde, Ketone (z. B. Formaldehyd, Aceton)
  • chlorierte Kohlenwasserstoffe (z. B. Di- und    Trichlorethylen, Vinylchlorid)

 

Einsatzmöglichkeiten

  • in der Bodensanierung (Tankstellen, Chemiebetriebe, Kasernen, Flugplätze)
  • für Prozessabluftströme (Ab- und Umfüllprozesse, Altlastensanierung)
  • für industrielle Abluftströme (in der Kunststoff- und Elektronikindustrie)
  • in der Deponienachsorge (Restentgasung von Deponieflächen)

 

Die katalytische Reinigung von Abluft stellt eine besondere Art der Nachbehandlung dar, bei der die Schadstoffe durch Oxidation mit dem in der Luft enthaltenen Sauerstoff an der Oberfläche fester Katalysatoren in umweltneutrale Stoffe (Kohlendioxid und Wasser) umgewandelt werden.

Die Reinigung der Abluft von organischen Verbindungen (wie Kohlenwasserstoffen) wird vorwiegend dort eingesetzt, wo eine Rückgewinnung der Stoffe wirtschaftlich nicht zu vertreten und z. B. die Adsorption an Aktivkohle zu kostenaufwendig ist.

Das Herzstück einer katalytischen Nachverbrennungsanlage ist der Katalysator, ein Stoff, der eine Stoffumwandlung beeinflusst, ohne selbst dabei verändert zu werden.

Katalysatoren erhöhen die Reaktionsgeschwindigkeit, haben jedoch keinen Einfluss auf das thermodynamische Gleichgewicht. Der richtig ausgewählte Katalysator ist deshalb von entscheidender Bedeutung hinsichtlich der Effektivität dieses Verfahrens.

 

Weitere Systemkomponenten der katalytischen Abluftreinigungsanlage

Detonationssicherung:
Die Detonationssicherung trennt den Absaugbereich, der unter Umständen einer Zoneneinteilung gemäß EX-Richtlinie unterliegt, und die katalytische Nachverbrennungsanlage mit den System-elementen als mögliche Zündquellen.
Die Detonationssicherung ist indirekt auch durchschlagsicher gegen Dauerbrand, d. h. gegen jeden möglichen Verbrennungsvorgang (Explosion, Detonation, Dauerbrand). Zur Überwachung der möglichen Abbrandstelle ist zusätzlich ein Temperatursensor eingesetzt. In den Bereich nach der Sicherung kann bei sachgemäßer Bedienung kein explosives Gemisch eintreten, so dass es zu keinem der vorgenannten Ereignisse kommen kann.

 

katalytische Nachverbrennungsanlage mit den Komponenten Diffuser 1, Wärmeübertrager, gere-gelte Elektroheizung, Diffusersystem 2, Katalysator mit Sensoren, Wärmeübertrager, Stützlüfter (Reihenfolge des Durchlaufens des Kat-Moduls):
Der katalytischen Nachverbrennungsanlage wird die Rohluft, falls erforderlich mit zudosierter Frischluft, über die Messstrecke zugeführt. Im Diffuser 1 wird der Volumenstrom gleichmäßig auf die Eintrittsfläche des Wärmeübertragers verteilt. Anschließend erfolgt die Aufheizung des Rohgases im Wärmeübertrager und der anschließenden Elektroheizung bis auf die Anspringtemperatur des Katalysators. Bei günstigen Bedingungen reicht bereits ein Kohlenstoffgesamtgehalt von ca. 3 g/m³ aus, um eine autotherme Betriebsweise, also ohne elektrische Zusatzheizung, aufrecht zu erhalten.
Vor Eintritt in den Katalysator wird die Strömung durch das Diffusersystem 2 geleitet, so dass die vorgewärmte Rohluft mit gleichmäßiger Geschwindigkeit auf den Katalysator trifft. Damit wird eine gleichmäßige Beaufschlagung aller Katalysatorelemente erreicht und somit eine optimale Auslas-tung realisiert. Im Katalysator erfolgt eine Flammenlose Verbrennung, d. h. die Oxidation der Kohlenwasserstoffe zu CO2 und H2O. Die bei dieser Oxidation entstehende Verbrennungswärme wird im Wärmeübertrager auf die Rohluft übertragen.
Der anschließende Stützfilter überwindet den anlagenspezifischen Druckverlust. Dieser Aufbau gewährleistet einerseits geringste Beeinflussung der vorangehenden Prozesse und zum anderen treten infolge des geringen Unterdrucks in der Anlage keine Leckströme auf.

 

 

kat_abluftreinigung  kat_abluftreinigung4
kat_abluftreinigung2 kat_abluftreinigung3