THERIS-Verfahren

 

theris
Trotz erfolgreicher Anwendung stößt die kalte Bodenluftabsaugung immer wieder an ihre Grenzen, insbesondere in Bodenabschnitten, die überwiegend aus Geschiebemergeln, Auffüllungen sowie tonig-schluffigen Böden bestehen und eine hohe Wassersätigung aufweisen.

Zur Abkürzung der Sanierungszeit und zur homogenen Dekontamination des gesamten Bodenkörpers unter solch schwierigen Verhältnissen setzt die BAUER Umweltgruppe das an der Versuchseinrichtung zur Grundwasser- und Altlastensanierung - VEGAS - am Institut für Wasserbau der Universität Stuttgart entwickelte Theris-Verfahren ein.

Bei diesem thermischen in-situ Verfahren wird der Untergrund mit festen Wärmequellen aufgeheizt. Dabei erfolgt eine rasche Aufheizung des Bodenkörpers auf 70 - 100 °C. Bei der damit einher gehenden Verdampfung des Kapillarwassers werden die Schadstoffe auch aus schluffigen und dichten Bodenschichten ausgetrieben und mittels einer parallel betriebenen, konventionell ausgebauten Bodenluftabsaugung aus dem Bodenkörper entfernt.

Der erste große Feldversuch mit dem Theris-Verfahren bestätigte die in den Laborversuchen ermittelten Parameter in überraschender Weise. Es wurden elektrisch beheizte Sonden in einem Rasterabstand von 2,5 m und einer durchschnittlichen Tiefe von 7 m eingebaut. Die nach wenigen Tagen einsetzende Erwärmung des Kapillarwassers führte zu einem spontanen Anstieg der Bodenluft-konzentrationen, die in der Spitze zwischen dem 10 - 15-fachen Wert relativ zur Ausgangskonzentration lagen. Die Konzentrationszunahme war in allen Bereichen nach ca. 35 - 40 Tagen abgeschlossen und lag nach 60 Tagen unter den Ausgangswerten.

Die parallel zu der Bodenerwärmung betriebene Bodenluftabsaugung verhinderte zuverlässig die vertikale Diffusion der durch die Erwärmung entstehenden Schadstoffdämpfe in Richtung wassergesättigte Zone.

 

 

pdf.gif THERIS-Verfahren