Sanierung mineralölbelasteter Böden im Perkolationssystem
Problemstellung
Behandlungsbecken in der Bodensanierungsanlage HirschfeldEin weiteres Ziel bestand darin, die Fähigkeit der autochthonen Bodenmikroorganismen zum Schadstoffabbau durch die Schaffung optimaler Lebensbedingungen besser zu nutzen. Perkolationssysteme sind zwar konstruktiv aufwendiger als einfache Bodenmieten, aber über die Prozesssteuerung kann der Sanierungsverlauf auf vielfältige Weise günstig beeinflusst werden.
Durch einen schnelleren Schadstoffabbau verkürzt sich die Behandlungsdauer und der höhere Durchsatz an kontaminiertem Boden reduziert die Kosten erheblich.
Verfahrensprinzip
In der Bodensanierungsanlage wird der zu reinigende Boden vom Festbettreaktor, den ehemaligen Silagebecken, aufgenommen (Kapazität: 750 t pro Behandlungsbecken). Das im Bioreaktor, dem ehemaligen Sickerwasserbehälter der Silageanlage, befindliche Prozesswasser wird über die Bodenoberfläche ausgebracht. Es durchsickert die Schüttung und läuft über eine Drainage wieder in den Bioreaktor zurück. Im Gleichstrom mit dem Prozesswasser wird ein definierter Luftstrom durch den Boden gefördert.

Bodensanierungsanlage in Hirschfeld bei Freiberg zur biologischen Reinigung von Böden, die mit Mineralölkohlenwasserstoffen kontaminiert sind.
Vorteile
Die Prozesswasserperkolation sichert günstige Lebensbedingungen für die Bodenmikroorganismen. Während der gesamten Sanierung ist der Boden ausreichend feucht, der pH-Wert wird im optimalen Bereich gehalten und mineralische Nährstoffe können dem Boden gesteuert zugeführt werden. Die Bodenbelüftung gewährleistet die Sauerstoffversorgung der Mikroorganismen.
Praktische Anwendung
Unter Praxisbedingungen, insbesondere während der kälteren Jahreszeit, kommt der Bodentemperatur eine große Bedeutung für den Schadstoffabbau zu. Durch eine Kombination von Maßnahmen zur Bodenerwärmung und zur Senkung von Wärmeverlusten lässt sich die Abbaugeschwindigkeit der Mineralölkohlenwasserstoffe deutlich steigern. Die im Bodenreinigungszentrum Hirschfeld des Praxispartners BAUER und MOURIK Umwelttechnik befindliche Anlage ist seit 1998 im Routinebetrieb.
Das Projekt wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.
